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Aktuelles

Beitrag im RSI

Hier ein kleiner Beitrag von RSI zur Arbeit des Heimatschutzes Engadin und Südtäler anhand des Dorfes Cavaione im Puschlav.

https://www.rsi.ch/play/tv/insieme/video/insieme?urn=urn:rsi:video:14185980

 

 

Landwirtschaftliche Ställe – von den Architekten vernachlässigt

Am 19. September 2020 hat der Heimatschutz Südbünden eine Veranstaltung zum Thema Landwirtschaftliche Ställe organisiert. Diese wachsen, weil auch die Betriebe wachsen, ihr Aussehen ist einheitlich und Rücksicht auf die Topographie eher Glücksache. Denn während die Architektur dieses Gebiet weitgehend vernachlässigt, kümmern sich einige Stallbaufirmen intensiv um diesen Markt. Mit dem Ergebnis, dass die Ställe zwar funktional sind, aber von Lausanne bis Landquart gleich aussehen, regionale Unterschiede oder gar eine Identität sucht man vergebens. 

Dabei ist es möglich, funktionale, eigenständige und der Topographie angepasste Ställe zu bauen, wie diverse Beispiele zeigen. 


Kulturerbe 2018/Die Heimat mit eigenen Augen sehen

Der Heimatschutz Engadin und Südtäler organisierte vier Veranstaltungen in vier verschiedenen Talschaften.

Auf dem Programm standen Samnaun, Sta. Maria, Susch und Bondo. All diese Orte zeigten uns Persönlichkeiten, welche enge Beziehungen zu den jeweiligen Objekten haben und dadurch anregten, ihre ganz spezielle Heimat mit eigenen Augen zu sehen.  

Nachfolgend einige Impressionen der Veranstaltungen

Samnaun einmal anders.

Anschliessend an die Generalversammlung der Sektion Engadin und Südtäler führten der Künstler Donat Caduff und der Tourismusdirektor von Engadin Scuol Samnaun Val Müstair, Ludwig Jenal durch Samnaun. Caduff deshalb, weil er dem Dorf in seinem jüngsten Buch «Das Hyperdorf» ein Kapitel gewidmet hat. Ihm gelang es ausgezeichnet, das Phänomen Samnaun näherbringen, das sich zwischen Illusionen und Tatsachen bewegt und im Spannungsfeld zwischen Tourismus, Raumentwicklung und Heimatliebe steht. Jenal übernahm derweil quasi den Part des Übersetzers oder Einordners, ebenfalls ausgezeichnet.

Grande Guerra. Samstag, 21. Juli 2018, 10.30 bis 15.00 Uhr

Beginnend im Museum Stelvio-Umbrail rollten Kantonsarchäologe Thomas Reitmaier und David Accola vor einem guten Dutzend interessierter Zuhörer und Zuhörerinnen nochmals die Geschichte des «Grande Guerra», des ersten Weltkriegs auf und führten durchs Museum. Danach ging es von der Wärme an die Kälte, nämlich auf den Stelvio, wo die beiden die  übriggebliebenen Befestigungsanlagen auf den umliegenden Gipfeln zeigten und dabei die eine oder andere überlieferte Anektode aus dem Krieg zum besten gaben. Die kühlen Temperaturen verlangten danach nach Aufwärmen – bei einem Heissgetränk in gemütlicher Runde. 

Das Muzeum in Susch. Samstag, 28. Juli 2018

Gut 80 Personen wollten einen Blick ins neue Muzeum in Susch werfen. Als Bauherrin fungiert die wohlhabende polnische Kunststammlerin Grazyna Kulczyk, welche die ehemalige Brauerei in Susch gekauft hat, dazu zwei umliegende Gebäude und nun daran ist, ein eigentliches Museumsquartier einzurichten. Zwar gab es vom Muzeum nur den Eisturm mit der Skulptur von Monika Sosnowska zu sehen. Die Dimensionen des ganzen liessen sich aber trotzdem erahnen. Die Architekten Lukas Voellmy und Chasper Schmidlin, sowie die neue Museumsdirektorin Mareike Dittmer führten durchs Museum und das Künstlerhaus, erklärten Entstehund und Zukunft und vermochten die Anwesenden mit ihren Ausführungen zu fesseln.

Landwirtschaft und Landschaft

Im vergangenen Jahr führte der Heimatschutz Engadin und Südtäler eine gutbesuchte Veranstaltung zum Thema «Landwirtschaft und Landschaft» durch. 

Cordula Seger, Kulturwissenschafterin und designierte Leiterin des Instituts für Kulturforschung Graubünden, blickte im Einstiegsreferat am Bahnhof auf die jüngere Entwicklung der Landwirtschaft und deren Auswirkungen, erläuterte die aktuelle Situation und gab einen Ausblick in die Zukunft. Kantonsarchäologe Thomas Reitmaier erklärte anhand der verbliebenen Siedlungsstruktur der Ruinen von Gonda wie die Landwirtschaft in grauen Vorzeiten funktionierte und welches ihr Einfluss auf die Landschaft war. Unterwegs erklärte der Botaniker Walter Dietl laufend wie sich die Flora durch die Bewirtschaftung veränderte und wies auf Zeigerpflanzen für intensive oder extensive Bewirtschaftung hin.

 

 

Gärten in drei Klimastufen

Vom 15. bis zum 17. Juli fanden Exkursionen in Bondo, S-chanf und Lavin zum Thema Gärten auf verschiedenen Klimastufen statt.

Gut 200 Personen vertieften sich während der Tage in Kulturgärten und Gartenkultur. Für alle, dies verpasst haben, hier ein paar Impressionen.

Historische Hotels in Graubünden

Chasa Chalavaina Müstair – Gasthaus mit vielen Geschichten

 

Natalie Schärer, Schweizer Heimatschutz

 

Der Durchfahrtsverkehr zwischen Ofenpass und Landesgrenze zwängt sich durch die enge Hauptstrasse in Müstair. Zahlreiche Wohnhäuser und Gastgewerbebauten sind dicht aneinandergebaut, sodass sich der Raum zwischen den Fassaden wie eine Schlucht durch den Dorfkern zieht. Kurz vor der Ortsausfahrt öffnet sich der «Plaz Grond», der von ehrwürdigen Gasthäusern und der Mauer des Klosters St. Johann gerahmt wird. Ein Gebäude mit traditionellen Elementen der Engadinerhäuser und einer für den Tiroler Raum typisch offenen Dachkonstruktion fällt auf. «Hotel Chalavaina» steht auf dem geschmiedeten Wirthausschild, unter zwei gekreuzten Schwertern. Namensgebend für das Gasthaus war die Schlacht an der Calven, die im Schwabenkrieg 1499 einen Wendepunkt markiert. Gemäss Überlieferung soll der im Kampf gefallene Bündner «Freiheitsheld» Benedikt Fontana seine letzte Rede auf der Laube des heutigen Hotels gehalten haben. 

Mehr als 500 Jahre später bedient Gastgeber Jon Fasser in der Arvenstube Einheimische und Touristen, die zwischen Geweihen, einem grünen Kachelofen und vielen Porträts sitzen. Eine Speisekarte gibt es nicht – das Überraschungsmenü hängt davon ab, was gerade im Garten wächst oder im Wald erlegt wurde. Seit 50 Jahren ist Fasser Wirt in diesen Räumen. Seine originelle Art und seine Verbundenheit zur Heimat zeichnen ihn genauso aus wie seine Liebe zum Bestand. Als der 80-Jährige durch das Hotel führt, erzählt er zu jedem Gastzimmer eine Geschichte. 

1965 wurde das Gebäude restauriert, 1981 baute Familie Fasser den Stall zu weiteren sieben Zimmern um. Von aussen ist die ursprüngliche Teilung der «Chasa Chalavaina» in Gasthaus und Ökonomiegebäude noch klar ablesbar. Die von der Denkmalpflege begleiteten Bauarbeiten erhielten einen Grossteil der ursprünglichen Substanz, weshalb ICOMOS Schweiz des Calven-Hauses im Rahmen der Preisverleihung für das «Historische Hotel des Jahres 2007» mit einer besonderen Auszeichnung bedachte.

Chasa Chalavaina

Müstair GR

081 858 54 68 

chalavaina.ch

15 Zimmer

DZ CHF 140.– bis 210.–

Erbaut vor 1300 

Restauration 1965: Iachen Ulrich Könz

Umbau 1981: Marcus Burkhardt